Thursday, June 16, 2011

Heavy storm

Mit einem Mal war es dagewesen. Er hatte es kommen ahnen... aber nicht kommen sehen. Auf einmal hatte sich kalte, aggressive Luft durch sein gekipptes Fenster gedrückt und als er den Blick gehoben hatte war der Himmel schwarz und in seinem Zimmer war es dunkel. Am Horizont zuckten bereits die ersten Blitze, stumm und wie um nur noch deutlicher zu machen, dass sie bald bei ihm sein würden. Die Bäume, die sich schwarz gegen den grauen Himmel abzeichneten bogen sich im aufkommenden Sturm, er konnte hören wie sie ächzten. Immer wieder flogen Blätter von ihnen an seinem Fenster vorbei, hilflos wirbelnd in der Luft, ruhelos. Der Wind trug sie einfach mit sich fort, weit weg von dem Baum, an dem sie geboren waren. Über sich hörte er den Wind über das Dach fegen, wie er lose Ziegel mit sich riss und sie mit zerstörerischer Kraft gen Boden schleuderte. Er sah hinaus, beobachtete alles mit der Aufmerksamkeit, die ihm eigen war. Es beruhigte ihn, dass nicht nur in ihm selbst Unwetter war. Die Dunkelheit, die ihn umfing besänftigte sein geschlagenes Inneres. In der Ferne war ein leises Grollen zu vernehmen, doch auch nur wenn man genau hinhörte. Und er hörte hin. Wie immer, wenn etwas aufzog dass gefährlich für ihn werden konnte. Doch diesmal hatte er das Grollen des Unheils in sich drin wohl überhört. Oder er hatte es nicht hören wollen. Dumpf wurden die ersten Regentropfen von einer Windböe gegen sein Fenster geschleudert. Sie zerplatzten dort, blieben an der kalten, durchsichtigen Mauer zu ihm hängen, zerflossen in kleinere Tropfen und verloren sich schließlich ganz. Dann war es wieder ruhig. Die Blitze kamen näher, wurden größer, der Donner vermehrte sich, war aber immer noch leise und kaum vernehmbar. Aus dem dunkelgrauen Himmel ergoss sich der Regen nun stetiger, hatte sich scheinbar doch dazu entschlossen genau über ihm herunterzukommen. Der Donner wurde langsam lauter, die Blitze schossen nun direkt vor ihm herab, gleißend hell, mit ihren vielen Verästelungen. Es war ein ruhiges Unwetter bis jetzt - doch nun öffnete sich im Himmel eine Schleuse, der Regen donnerte auf sein Haus, der Sturm zerrte stärker an den Bäumen und die Blitze schossen durch die Nacht begleitet von einem bedrohlichen Donnern. Doch er hörte es nur gedämpft. Er hatte das Fenster geschlossen. Er wollte nicht frieren.

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